Format vom 13.06.2008
Die Folgen der US-Immobilienkrise halten die Börsen in Atem.
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FORMAT befrage Private Banker, wie sich die Märkte weiter entwickeln werden und welche
Empfehlungen sie derzeit ihrer betuchten Kundschaft geben.
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Dunkle Hölzer, edles
Interieur, viel Zeit für das Gespräch: Kunden von Privatbanken schätzen das Besondere. In schweren
Zeiten wie der aktuellen Finanzkrise gilt für die elitären Klienten allerdings das Gleiche wie für den
Durchschnittskunden: die Angst, am Ende der Turbulenzen ärmer dazustehen als zuvor.
Christian
Ohswald, Chef des Raiffeisen Private Banking Wien, hatte in den vergangenen Monaten besonders viel zu
tun. Statt viertel- bis halbjährlicher Gespräche mussten er und sein Team oft wöchentlich zum Rapport:
„Der Beratungsbedarf ist im Zuge der Krise deutlich gestiegen. Viele Klienten haben sogar Bargeld
abgehoben und in den Safe gelegt – das kann ich allerdings nicht empfehlen. Im Gegenteil: Unaufgeregt
zu reagieren hat sich bezahlt gemacht." Dem kann Wolfgang Traindl, Privatbankchef der Erste Bank, nur
beipflichten: „In unsicheren Zeiten neigen viele dazu, zu stark in Cash zu gehen und alles, was mit
Risiko behaftet ist, zu verkaufen. Man sollte Kunden durch intensive Beratung vor solchen
Ad-hoc-Entscheidungen bewahren."
Erfahrungen wie Ohswald und Traindl dürften im vergangenen
Jahr alle Kollegen gemacht haben. Auch wenn Private Banking immer als unabhängig vom zyklischen
Bankgeschäft beschrieben wird: Vom aktuellen Finanzdebakel sind auch die feinen Institute nicht
verschont geblieben. FORMAT hat die Bankiers gefragt, wie sich die Krise ausgewirkt hat, wie sie die
aktuelle Lage und die kommenden Monate einschätzen und welche Tipps sie Anlegern jetzt mit auf den Weg
geben können.
Konservative Veranlagung. Nicht nur die Kunden, auch die Banken selbst haben
aktuell mit geringeren Erträgen zu kämpfen. Ihre Klientel zieht sich aus risikoreicheren – und im
Regelfall ertragreicheren – Anlageformen zurück, konservativ ist Trumpf. „Das trifft die
Privatbanken aber nicht so stark", sagt Cap-Gemini-Berater Oregor Erasim, „schließlich haben deren
Kunden per se einen Hang zum konservativen Vermögensmanagement. Dennoch werden die Erträge der Bankiers
leicht zurückgehen." So wie bei Raiffeisen Wien, die ihren Kunden seit einem Jahr die Möglichkeit
einräumt, bei Unzufriedenheit einen Teil der Spesen zurückzuverlangen. Ein einzigartiges Angebot, das
die erfolgsverwöhnte Klientel bei der Stange halten soll, denn was „unzufrieden" bedeutet, definiert
der Kunde. Jeder Fünfte hat davon bisher Gebrauch gemacht.
Das könnte auch in Zukunft noch
passieren, denn dass sich die Finanzmisere noch länger hinziehen wird, glaubt jeder der befragten
Banker. Etwa Marion Klotzberg, Leiterin der Vermögensverwaltung der Gutmann-Bank: „Die Panik ist zwar
draußen, große Schwankungen bleiben jedoch jederzeit möglich. Es wird sicher noch bis zum Herbst
dauern, bis sich die Lage einigermaßen stabilisiert hat."
Eine Ursache, warum es nicht wieder
rasch aufwärts geht: Firmenkredite werden inzwischen deutlich restriktiver vergeben, das macht sich
bereits jetzt in der gesunkenen Investitionsfreudigkeit bemerkbar. „Branchen, die stark
fremdkapitallastig sind – wie Immobilien- oder Beteiligungsgesellschaften -‚ werden Weiter
Schwierigkeiten bei der Refinanzierung haben", prophezeit Harald Friedrich von Sal. Oppenheim.
Noch einen Schritt weiter geht Manfred Huber, Vorstand der Euram Bank, der die stark steigende
Spekulationsfreude der Anleger für die Krise verantwortlich macht: „Das Problem ist, dass viel zu viel
Geld am Markt ist, das nicht mehr langfristig investiert wird. Stattdessen werden nur mehr kurzfristige
Trends verfolgt. Die Investoren handeln oft nur noch bedingte Wahrscheinlichkeiten, aber keine
fundamentalen Realdaten mehr." Was Prognosen umso schwieriger macht.
Suche nach globalen
Trends. Uneins sind die Banker, wenn es um die Aussichten einzelner Länder oder Kontinente geht.
Während ein Teil davon ausgeht, die Krise werde nicht stark auf die Realwirtschaft Europas
durchschlagen, und deshalb weiter auf europäische Unternehmen setzt, blickt der andere Teil weiter in
die Zukunft. „In den USA wird die Wirtschaft wieder schneller anlaufen als in Europa", schätzt
Wolfgang Sieder, Vorstand der M&A-Privatbank. „Die USZentralbank hat mit der Zinssenkung auf zwei
Prozent sehr stark in den Markt eingegriffen. Diese Zinsschritte beginnen jetzt langsam zu greifen."
Obwohl viele europäische Firmen nach wie vor gut hufgestellt seien, mache ihnen der starke Euro zu
schaffen, den US-Pendants hingegen nutze der schwache Dollar, so könnten sie schneller wieder
erkleckliche Gewinne schreiben.
Wenig überraschend sehen die Investmentprofis die
Anlagezukunft in den Schwellenländern unverändert positiv. Der rapide anwachsende Inlandskonsum, das
kontinuierliche Bevölkerungswachstum und rege Investitionen im Infrastrukturbereich stützen die rasante
Entwicklung der asiatischen Länder. „China bestimmt die Exportpreise. Länder wie Thailand und die
Philippinen profitieren durch den innerasiatischen Handel vom Wachstumstrend", erklärt M&A-Banker
Sieder.
Japan dürfte es deshalb sehr schwer haben, gegen die aufstrebende Konkurrenz wieder
auf die Beine zu kommen. Als Exportnation wiegt der starke Yen schwer auf der Insel im Pazifik, der
wichtigste Markt Nordamerika durchlebt selbst eine Krise. „Und dann ist Japan eine überalterte
Volkswirtschaft, die Menschen geben einfach nicht viel Geld aus, der Konsum leidet", so Sieder. Etwas
positiver Richtung Japan ist Vermögensverwalterin Klotzberg gestimmt: „Japan hat sich in den letzten
Wochen gut entwickelt. Wir haben japanische Werte wieder auf eine neutrale Gewichtung im Portfolio
aufgestockt."
Aktienquoten steigen. An der Einschätzung der regionalen Trends orientiert sich
auch die Aktienauswahl der Privatbankiers. Fast alle erhöhen mittlerweile wieder ihre Aktienquoten.
Manche Sektoren scheuen die Profis jedoch. Bei Banken rät etwa Heinz Mayer von der Schoellerbank zur
Vorsicht: „Die Topgewinne der großen Institute werden über die nächsten Jahre schmal bleiben – wer
hier wirklich investieren möchte, sollte zu den Titeln greifen, die nicht so stark auf strukturierte
Produkte gesetzt haben."
Wenn auch bereits wieder aufgestockt wird, bei der Auswahl der Titel
sind die Anlagespezialisten noch eher defensiv. Große Versorger wie E.ON, Pharma- riesen wie Roche oder
Markenartikler wie Adidas wandern ins Depot, Hauptsache, die Unternehmen haben langfristig stabile
Ertragsperspektiven. „Die Substanz der Kandidaten ist enorm wichtig", konstatiert Sieder.
Jetzt noch von hohen Refinanzierungkosten gelähmt, rücken langfristig auch Immobilieninvestments
wieder ins Blickfeld der Privatbanker. Besonders Unternehmen, die eine konservative Geschäftspolitik
verfolgen und über eine überschaubaren Anzahl von Projekten verfügen, wecken wieder das
Anlageinteresse. Constantia-Chef Karl Petrikovics: „Die guten Fundamentaldaten wie etwa die niedrigen
Leerstandsraten spiegeln sich in den Aktienkursen in keiner Weise wider." Für Vermögensverwalterin
Klotzberg ist eine breite Streuung in Immobilienaktien- und Immofonds essenziell: „Anleger sollten
nicht nur Österreichund Osteuropainvestments ins Auge fassen, sondern vielleicht auch Dauerbrenner wie
Büroflächen in Manhattan."
Einen der Löwenanteile in der Vermögensaufteilung machen nach
wie vor die diversen Anleihenprodukte aus. Auf einen Faktor wollen die Banker dabei allerdings kaum mehr
verzichten: den Inflationsschutz. Durch die hohen Rohstoffpreise und das krisenbedingte Anwerfen der
Notenpressen in vielen Staaten kehrt das Gespenst der Inflation zurück. „Um das Thema Teuerung kommen
wir derzeit nicht herum", betont Werner Zenz vom Bankhaus Spängler, „wir empfehlen unseren Kunden
daher Produkte, die etwa in den ersten zwei Jahren einen Fixzins zahlen und im dritten einen Ertrag in
der doppelten Höhe der Inflationsrate ausschütten. So ist der Anleger automatisch auf der sicheren
Seite."
Cash is king. Anlegern, die sich trotz der sich bessernden Aussichten noch nicht
entscheiden können – oder mit weiterem Ungemach rechnen -‚ raten die Spezialisten zu einem
Investment auf dem Geldmarkt. Aber kurzfristig sollte es sein. Denn die Zinskurve ist invers, für
Bindungen bis zu einem Jahr gibt es höhere Zinsen als für längerfristig Gebundenes.
RAIFFEISEN: Immos als geschlossene Gesellschaft
An einem möchte Christian Ohswald nicht
rütteln: „Über die Asset Allocation diskutieren wir nicht", erklärt der Private-Banking-Chef von
Raiffeisen Wien. Für die aktuelle Vermögensaufteilung eines konservativen An egers heißt das: · 7,5
Prozent Geldmarkt – Sicherheit durch europäische Geldmarktpapiere, · 26,5 Prozent Anleihen, etwa
europäische Staatsanleihen, Corporate
Bonds sowie High-Yieldund Emerging-Markets-Anleihen und
· schrittweiser Aufbau einer strategischen Aktienquote bis maximal 37 Prozent, wobei Ohswald Werte
empfiehlt, die keine große Abhängigkeit vom US-Konsum haben. Die gesamte Position wird mit einer
Hedgefonds-Quote von 13 Prozent und mit einem Immobilienanteil von 13 Prozent ergänzt.
Investments in Immobilien favorisiert Ohswald immer in einer Variante: der geschlossenen. Das heißt,
in Form von Direktbeteiligungen in geschlossenen Fonds. „Wenn jemand in den Niederlanden drei Gebäude
zu vermieten hat, fliegen wir mit potenziellen Kunden hin und schauen uns das an", erklärt der Banker.
Transparenz sei in der Geldanlage schließlich das A und O. Von einem Investment in die österreichischen
Immobilien-Aktien rät Ohswald hingegen ab: „Ich denke nicht, dass der Bereinigungsprozess bereits
ausgestanden ist. Interessierte sollten daher die langfristigen Ertragsaussichten genau unter die Lupe
nehmen."
SCHOELLERBANK: Antizyklisch investieren
Finger weg von Finanz titeln!",
lautet die eindringlichste Botschaft, die Schoellerbank-Vorstand Heinz Mayer Anlegern mit auf den Weg
gibt. „Die Aktien von Großbanken wie UBS oder Barclays scheinen derzeit zwar günstig allerdings ist
denen auch eines ihrer wichtigsten Staridbeine weggebrochen. Daher stehen sie nun vor mageren Jahren",
ist Mayer überzeugt – und rät folgerichtig zum Verkauf der Papiere. Aller? Nicht ganz: Finanztitel,
die stark in den Schwellenländern aktiv sind, könne man sich durchaus wieder ins Portfolio legen.
Gemessen am KGV würden diese sich nämlich nicht von den großen Investmentbanken unterscheiden, hätten
aber langfristig stabilere Aussichten.
Was die Erträge der Produkte seines eigenen Instituts
angeht, kann Mayer seinen Stolz kaum verhehlen: Mit dem strukturierten Zinsprodukt Quanto-Spread-Note
(ISIN XS0260020366) „liegen wir seit Beginn der Krise zehn Prozent im Plus."
Seinen
antizyklischen Ansatz verfolgt der Banker auch bei der Auswahl anderer Aktien. „Wer jetzt schon wieder
einsteigt, hat fast Heldenstatus", sagt Mayer. Das gilt vor allem für Investments in den USA. Trotzdem
empfiehlt Mayer genau diese. Schließlich habe die Krise dort begonnen und werde daher dort auch zuerst
abflauen. Außerdem sei derzeit enorm viel Liquidität vorhanden, die nach adäquaten
Anlagemöglichkeiten suche. Mayer setzt auf Stock-Picking und wählt Global Player mit geringem
Fremdkapitalanteil und margenstarkem Geschäft, etwa Markenartikler, Pharmakonzerne und Energieversorger.
Gefragt nach Einzeltiteln, ist Mayer jedoch zurückhaltend. Mit einem könne man aber nie falsch liegen:
der Warren-Buffet-Aktie Berkshire Hathawavy.
GUTMANN: Emerging Markets haben die Nase vorn
Eine weitere Korrektur sei zwar wahrscheinlich, von einer panikmachenden Rezession in den USA,
die auch auf Europa überschwappen könnte, ist aber nichts zu sehen, meint Marion Klotzberg, Leiterin
der Vermögensverwaltung der Bank Gutmann: „Wir haben damit begonnen, Amerika und Japan, die stark
untergewichtet waren, wieder aufzustocken. Unser Hauptaugenmerk liegt aber auf den Emerging Markets, die
breit gestreut in unseren Portfolios gelistet sind."
Die Liste der aufstrebenden Märkte
umfasst in Asien nicht nur China und Indien, sondern auch Malaysia, die Philippinen, Taiwan und Korea. In
Osteuropa setzt die Gutmann-Privatbank für ihre Klientel nicht so stark auf den Rohstoffriesen Russland,
sondern eher auf die kleineren, aufstrebenden Staaten. Vermögensverwalterin Klotzberg: „Genau wie in
Asien investieren wir dort in den privaten Konsum und in Infrastruktur."
Hochzins-Währungen.
Das hauseigene, von der Bank Lazard extern gemanagte Produkt, das Gutmann Emerging Markets Income
Portfolio (ISIN ATOOOOAO6VH3), setzt auf den Geldmarkt der Schwellenländer: „Das bedeutet, dass wir
von Währungsgewinnen und höheren Zinsen profitieren können. Im Vergleich zum Dollar sind die
Währungen der Emerging Markets noch unterbewertet." Derzeit sind etwa 25 Währungen im Portfolio, eine
größere Position nimmt das Ägyptische Pfund ein.
Japan sei wieder ein zukunftsträchtiger
Markt, der Mittlere Osten wird als Beimischung wichtiger. Klotzberg: „Man hat in den letzten Monaten
gesehen, dass dieser Markt nicht mit den Großen korreliert, sondern sich stabil gehalten hat."
Auch Immobilien werden zunehmend interessant. Hier sollten jedoch nicht nur Österreich und Osteuropa,
sondern auch gute Lagen wie New York ins Depot.
ERSTE BANK: Sichere Häfen für Anleger
Wolfgang Traindl, Chef des Private Banking der Erste Bank, ist krisenerprobt und kennt die
Ängste seiner Klientel: „Kunden sind in Euphoriephasen weitaus risikofreudiger als in Abschwungphasen.
Wichtig ist, schon von Beginn an festzulegen, wie viel Risiko man nehmen will und wie viel man aushält.
Denn ein Depot sollte eine Krise durchstehen, ohne plötzlich alles, was mit Risiko behaftet ist, zu
verkaufen." Deshalb setzt der Privatbanker auf eine breite Streuung der Portfolios und kombiniert
Anlageklassen, deren Entwicklung wenig miteinander korreliert.
Cash als sicherer Ha-Fen. Um
die Portfolios zu schützen, wurde in den vergangenen Monaten die Aktienquote stark zurückgefahren und
in Cash – in Krisenzeiten ein sicherer Hafen – investiert. „Das bringt derzeit attraktive Renditen.
Es ist auch wichtig, Geld disponibel zu haben. Wir agieren hier über Derivate und Aktienmarkt-Futures,
weil sie schnell auflösbar sind, ohne große Kosten zu haben", erklärt Traindl. In Zeiten von hoher
Unsicherheit sind auch Bonuszertifikate auf Indizes ein geeignetes Vehikel, um bei kurzer Laufzeit
zweistellige Renditen einzustreifen.
Da Traindl von einer Bodenbildungsphase ausgeht, wird
bereits jetzt wieder in Aktien investiert. Der Schwerpunkt liegt auf neuen Märkten in Asien sowie
Singapur, Hongkong und Russland. „Wir erwarten in Asien sehr starkes Wachstum. Die Region hat einfach
mehr Erholungspotenzial als Südamerika, das schon eine starke Performance hatte", prophezeit Traindl.
Favoriten sind China Mobile, aber auch österreichische Aktien wie voestalpine, Andritz und Intercell.
Besitzern von Immobilienaktien rät Traindl, die Titel zu halten. Dort rechnet er mit einem
Aufschwung von 20 bis 30 Prozent.
SAL. OPPENHEIM: Der Volatilität ausweichen
"Cash
is king", bemüht Harald Friedrich von Sal. Oppenheim eine alte Kapitalmarktweisheit. Durch die inverse
Zinskurve seien kurzfristige Investments besser als langfristige verzinst. Daher setzt der Chef des
Private Banking auf variabel verzinste Geldmarktpapiere und inflationsgeschützte Anleihen. Auch bei
Aktien greift Friedrich wieder vorsichtig zu, Europa und Schwellen ländern gibt er vor den USA den
Vorzug. Seine Titelauswahl ist konservativ: Pharma-,
Konsumgüter- und Infrastrukturpapiere
wandern in sein Depot. Für spekulative Naturen empfiehlt Friedrich in den Keller geprügelte Bankaktien,
obwohl sie nicht von der Krise betroffen sind – etwa die heimischer Institute. Aber Vorsicht: „Jede
schlechte Meldung bringt auch diese schnell wieder ins Wanken.
Volatiles Spiel. Um die derzeit
hohen Kursschwankungen zu nutzen, rät der Banker zu strukturierten Produkten, etwa dem neuen
PROTECTBonus-Cap-Zertifikat von Sal. Oppenheim (WKN SFL1WR). Fällt der Euro-Stoxx 50 nicht mehr als 40,3
Prozent, erhält der Anleger am Ende der 15monatigen Laufzeit 110 Prozent des Einsatzes heraus.
Friedrich: „Ein lohnendes Produkt für die Seitwärtsbewegung der kommenden Monate." M&A BANK:
Rohstoffe bringen Würze ins Portfolio
Wolfgang Sieder ist davon überzeugt, dass die Krise an
den Märkten noch nicht ausgestanden ist. „Das merkt man an den restriktiven Kreditvergaben der Banken,
in den USA am sinkenden Verbrauchervertrauen und an der steigenden Inflation", so der Vorstand der
M&A-Privatbank.
Die Aktienquoten der konservativen Portfolios wurden deshalb von 30 auf bis zu
fünf Prozent zurückgefahren, das Vermögen in Cash gehalten. Doch jetzt wird langsam wieder
aufgestockt, aber mit Gespür, verrät Sieder: „Die Märkte reagieren viel schneller und heftiger als
früher. Es ist daher wichtig, wieder mehr auf die Substanz der Unternehmen zu schauen." Als
Paradebeispiele nennt er Roehe und E.ON, die über ein gutes Kerngeschäft, solide Bilanzdaten und eine
gute Marktposition verfügen. Sieder: „Derzeit ist sehr viel Liquidität geparkt, das könnte zu
verstärkten Aktieninvestments führen."
Auf Rohstoffe setzen. Doch der M&A-Vorstand hat mit
Agrarrohstoffinvestments noch ein weiteres Steckenpferd in petto: „Wetterkapriolen, eine limitierte
Anzahl von Agrarflächen und das Bevölkerungswachstum führen zu steigenden
Preisen. Unsere
Kunden sind bis zu zehn Prozent in Rohstoffen investiert."
Mit dem hauseigenen Produkt, dem
Prosperity Active Commodity Fund (ISIN GI000AOLA8HI), wird kein Weltrohstoffindex nachgebildet, die
Privatbank setzt eigene Trends, und da vor allem auf Agrarrohstoffe, Metalle und Öl. Spannend dabei ist,
dass man mit dem Fonds, der dem Gibraltarrecht unterliegt und in Österreich zugelassen ist, auch auf
fallende Kurse spekulieren kann. Was durchaus hilfreich ist, so Sieder: „Mit Weizen konnte man in den
letzten drei Jahren unheimlich Geld verdienen und seit drei Monaten unglaublich viel verlieren. Wir haben
in beiden Phasen gewonnen.‘
CONSTANTIA Alternative Anlagen im Visier
Neben 45
Prozent Anleihen, darunter inflationsgeschützte Papiere, und 15 Prozent Aktien wie solide Versorger rät
Karl Petrikovics, Chef der Constantia Privatbank, konservativen Kunden zu einem relativ hohen Anteil an
alternativen Investments. Und zwar 15 Prozent Hedgefonds, etwa in Form des Dachfonds Alpha Strategies,
(ISIN AT0000620976) sowie 15 Prozent Immobilien sowie je fünf Prozent Rohstoffaktien und Rohstoffe.
Immoaktien unter Wert geschlagen. Naturgemäß sind Immobilienpapiere für Petrikovics, der in
Personalunion auch die Immofinanz und die Immoeast leitet, ein zentrales, aber derzeit nicht
uneingeschränkt erfreuliches Thema.
Petrikovics: „Die guten Fundamentaldaten der Immobilien
in Österreich, Deutschland und Osteuropa spiegeln sich in den Aktienkursen in keiner Weise wider." Es
gebe gerade in Osteuropa extrem niedrige Leerstandsraten, zum Beispiel drei Prozent in Bukarest und
Warschau sowie fünf Prozent in Prag. Außerdem hätten Immobilienentwickler derzeit Probleme,
Finanzierungen für neue Projekte zu bekommen. Deshalb könnte der Leerstand noch weiter abnehmen. Die
gegenwärtige globale Finanzkrise spiele da kaum eine Rolle, auch wenn sie vielleicht das Wachstum in den
Reformstaaten von acht auf sechs Prozent pro Jahr senken könnte.
Man könne Immobilien als
Einzelaktien und als Immobilienaktienfonds kaufen. Offene Immobilienfonds kämen vor allem für Anleger
infrage, die keine KESt zahlen müssen. Allerdings notieren offene Fonds beim inneren Wert, während
Immobilienaktien derzeit 30, ja bis zu 50 Prozent darunter liegen. Petrikovics: „Dadurch besteht bei
den Aktien hohes Aufholpotenzial."
EURAM-BANK: Mit Zertifikaten Aktien absichern
"Nicht die Krise war das Überraschende", sagt Manfred Huber, Vorstand der European American Investment
Bank, kurz Euram Bank, „sondern mit welchem Tempo die Korrektur stattgefunden hat."
Die
Privatbank, die im Dachgeschoß des feinen Palais Esterházy logiert, war darauf jedoch gut vorbereitet.
2008 sind alle Kunden-Portfolios im Plus, und das trotz einer Aktienquote von teils 35 Prozent. „Man
muss sich immer fragen: Will ich auf der Trendwelle mitschwimmen, oder suche ich mir Wege, um trocken
durch die Welle zu tauchen. Unser Ansatz hat funktioniert, weil wir es geschafft haben, in jeder
Marktphase positive Ergebnisse zu erzielen", ist Huber sichtlich zufrieden über das Erreichte.
Reverse-Bonus-Zertifikate als Erfolgsfaktor. Gelungen ist das durch den Einsatz von
Reverse-Bonus-Zertifikaten, wie dem der Société Générale auf den DAX (ISIN DEOOOSG3GJO4), das noch
bis 18. Dezember 2009 läuft. Steigt der DAX bis dahin nicht auf oder über 9.236 Punkte, denn bekommt
man eine Rendite von 17,9 Prozent per annum. „Das ist ein wirklich gutes Produkt, das erlaubt, mit
unserer Marktmeinung auch 30 Prozent falsch zu liegen und trotzdem zu verdienen", so der Vorstand.
Aktien ist der Privatbanker nicht abgeneigt. Bei der Titelauswahl achtet er auf Unternehmen mit
ausgezeichneter Bilanz, einem herausragenden Management und einer hohen Eigenkapitalquote. Novartis ist
ein geeigneter Kandidat, weil die Aktie ziemlich hinuntergeprügelt wurde: „Gerade wenn alle schlecht
darüber reden, sollte man kaufen. Wir gehen allerdings nicht direkt über die Aktie, sondern investieren
in ein Bonuszertifikat auf Novartis, wie das der ABN Amro (DE000AAOZ1GO)." Fällt der Kurs der
Pharmaaktie bis 19. Juni 2009 nicht unter 33,50, dann wird eine Rendite von 8,24 Prozent gezahlt.
Hubers Fazit: „In der Rendite nach oben bescheiden sein und nach unten einen großzügigen
Risikopuffer in Kauf nehmen – das ist der beste Weg durch die Krise."
SPÄNGLER BANK: Mit
GPS durch Untiefen steuern
Krise hin oder her – entscheidend ist die grundlegende Analyse
deseigenen Vermögens", konstatiert Werner Zenz Der neu ernannte Vorstand beim Bankhaus Spängler
vergleicht das mit einem GPS-Navigationssystem, das den Anleger im Ernstfall durch schwere
Kapitalmarktstürme lotsen soll. In der aktuellen Situation setzt Zenz auf kurzfristige Anleihen mit
Inflationsschutz, etwa die 200% Inflationsanleihe II von Morgan Stanley (ISIN DEOOOMSSDJX9), deren
Kuponzahlung sich an der Inflation orientiert. Ein weiterer Schwerpunkt in der
Asset
Allocation von Spängler ist der geldmarktähnliche Bereich wie Terminund Festgelder sowie
Geldmarktfonds, „allerdings pur, also ohne strukturierte Anteile", erklärt Zenz.
An den
Aktienmärkten sieht der Manager zwar noch nicht das Ende der Krise, glaubt aber schon an eine
vorsichtige Bodenbildung. „Mit einem Neuengagement würde ich trotzdem noch die nächsten Wochen
abwarten", rät er und empfiehlt, Europa und den Emerging Markets vor US-Papieren den Vorzug zu geben.
Und sollte sich die erwartete Rezession doch als herber herausstellen, könnten Anleger mit Aktien
großer Luxusgüterkonzerne liebäugeln. Die gerade erst erstarkende Oberschicht in Ländern wie China
und Russland ließe nämlich deren Umsätze langfristig glänzen. ApropoS: „Auch bei Gold würden wir
uns nicht wundern, auf Dreijahressicht neue Höchststände zu sehen."
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Gruß