Diesen Thread widme ich den schon fast ausgerotteten Sonderausgaben. Weiß nicht, ob sich noch jemand
dafür interessiert, die Sache hat nämlich ein paar Haken:
Höchstbetrag pro Jahr: 2.920
€
(für Alleinverdiener/erzieher +2.920 € mehr,
für einen der Elternteile mit 3 Kindern
+1.460 € mehr)
Es mindert nur ein Viertel dieses Betrages die Steuerbemessungsgrundlage.
Zwischen Steuerbemessungsgrundlage 36.400 € und 50.900 € Einschleifregelung,
darüber
stehen überhaupt keine Sonderausgaben mehr zu, auch nicht das Sonderausgabenpauschale.
Von
diesem Viertel (wenn eines übrig bleibt), werden noch mal 60 € Sonderausgabenpauschale abgezogen, der
Rest mindert wirklich die Steuerbemessungsgrundlage.
Fazit: Eher zu vergessen.
Aber: Dem Fiskus ein paar Cent zu entreißen bereitet den höchsten vorstellbaren Lustgewinn.
Überarbeitetes Fazit daher: Probieren, ob was rauskommt.
Beispiel: Alleinverdiener +
Ehehausfrau ohne nennenswertes Einkommen,
er hat 31% Grenzsteuersatz.
Sie zeichnen eine
steuerbegünstigte Wohnbauanleihe in steueroptimalster Höhe von 5.840 €.
Davon wirkt sich
ein Viertel (€ 1.460,--) minus das Pauschale (€ 60,--), also insgesamt € 1.400,--
steuerbemessungsgrundlagenmindernd aus.
Bei einem Steuersatz von 31% kann er somit immerhin
€ 452,60 an Einkommensteuer zurückbekommen.
Nicht schlecht.
Gut, aufgeteilt auf
z.B. 10 Jahre ergibt sich immer noch ein Zusatzgewinn pro gezeichneter Anleihe von 45,26 € p.a., auch
ganz schön, schlägt sich bei einer Investition von 5.840 € immerhin mit einem Renditegewinn von
0,775% p.a. zu Buche.
Wenn man noch dazurechnet, daß eine Wohnbauanleihe bis 4% p.a. von der
KEST befreit ist, kann man so eine schöne Rendite erzielen:
z.B. 3,8% p.a. Rendite vor
Steuerrückvergütung und Depotspesen
plus 0,775% p.a. Steuerrückvergütung (auf einmal, aber
kalkulatorisch auf 10 Jahre aufgeteilt)
minus 0,12% Depotspesen
ergibt 4,455%
Verglichen mit einer KEST-pflichtigen Anlage entspricht das einer Rendite vor KEST in Höhe von
5,94%.
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Z.Zt. hat die BAWAG eine Wohnbauanleihe mit 42% Zielkupon.
Die ersten 9 Jahre sind 4%
p.a. KESt-frei garantiert, das sind 36% brutto für netto.
Der Schluß ist ein bisserl ein
Glücksspiel, für die Zocker unter Euch:
Ab dem 10. Jahr wird die dreifache Renditedifferenz
zwischen 10jähriger und 2jähriger Anleihe ausbezahlt. Bei einer Renditedifferenz von 0,8% also 2,4%,
bei 1% also 3%.
Wenn die Rendite 10jähriger Anleihen unter der 2jähriger Anleihen liegen
sollte, gibt es in diesem 10. oder weiteren Jahr keine Zinsen.
Spätestens 2026 – sollten
die 6% zwischen den 36% und den 42% nicht schon früher eingebracht werden können – werden die
restlichen 6% aber ausbezahlt. Sollte die Rendite im letzten Jahr (2026) also 6% betragen, wären 2%
davon KESt-pflichtig, d.h. kostet 0,5% Abzug.
Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß sich
die Sache wirklich bis 2026 hinzieht.
Das einzige wirklich Blöde an der Konstruktion ist,
daß weder Emittent noch Zeichner wissen, wann genau das Kapital wieder an den Anleger zurückfließen
muß.
Ansonsten finde ich, daß diese Anleihe mit Fixzinsen über 9 Jahre momentan so ziemlich
das beste ist, was eine seriöse Bank hergibt.
Kaufkurs wäre im Moment übrigens 102 (ich
habe die 0,2% p.a. schon in meiner Renditeberechnung berücksichtigt).
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Solltet Ihr weitere interessante (oder besser:
noch interessantere) Angebote von steuerbegünstigten Wohnbauanleihen haben, so sind sie in diesem Thread
herzlich willkommen.