Iran - VIG von Krieg in Nahost kaum beeinflusst
Allenfalls indirekte Effekte spürbar - Nürnberger-Übernahme
soll bald erfolgen - Gewinn 2025 gewachsen, Dividende wird
steigen - Ausblick positiv
---------------------------------------------------------------------
AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Komplett neu nach Pressekonferenz
---------------------------------------------------------------------
Der Krieg im Nahen Osten hat für das Geschäft der
Vienna Insurance Group (VIG) kaum Auswirkungen. Für die Gruppe gebe
es "keine direkte Konsequenz" daraus, allenfalls sei man über den
Rückversicherungsbereich minimal betroffen, sagte
Vorstandsvorsitzender Hartwig Löger am Donnerstag bei einer
Pressekonferenz. Was auf den Versicherer möglicherweise zukomme,
seien indirekte Effekte wie höhere Energiepreise und die Inflation,
die sich auf die Kosten auswirken könnten.
"Das würden wir im Sinne der Marktmöglichkeiten entsprechend
abfedern müssen", so Löger weiter. All das werde aber maßgeblich
davon abhängen, wie lange der Krieg dauere bzw. sich
weiterentwickle, ergänzte Vorstandsmitglied Gerhard Lahner.
Generell läuft das Geschäft für das börsennotierte Unternehmen
aktuell erfreulich. 2025 stieg der Vorsteuergewinn laut vorläufigen
Zahlen beinahe um ein Drittel an, die Prämien stiegen quer über alle
Geschäftssegmente bzw. Regionen. Auch in Österreich, wo die VIG mit
der Wiener Städtischen und der Donau Versicherung vertreten ist,
wiesen die Prämien ein Plus von 4,6 Prozent aus. Treiber sei
hierzulande vor allem die Krankenversicherung, wo sowohl Städtische
als auch Donau gut aufgestellt seien, hieß es bei dem Medientermin.
Nürnberger-Übernahme ante portas
Als Highlight des vergangenen Jahres nannte Firmenchef und
Ex-ÖVP-Finanzminister Löger die angebahnte Übernahme der Nürnberger
Versicherung, wo sich das Unternehmen einen Abschluss zu Beginn des
zweiten Halbjahres 2026 erhofft. Derzeit wartet die VIG noch auf das
grüne Licht der Wettbewerbsbehörden. Attraktiv sei die Versicherung
allen voran aufgrund der Stärke ihrer Marke und ihrer Tätigkeit über
das gesamte deutsche Bundesgebiet, sagte Lahner dazu. Der
"Allspartenversicherer" hat rund 3.600 Mitarbeitende und 2,6 Mio.
Kunden.
Trotz der Akquisition, die vollständig aus Eigenmitteln erfolgt,
schließt Löger in naher Zukunft auch weitere Kooperationen bzw.
Übernahmen nicht aus. "Wir haben durchaus auch unmittelbar
Investitionsmöglichkeiten in Zentral- und Osteuropa am Radar."
Details könne er aber nicht nennen. Möglich mache solche
Überlegungen jedenfalls die trotz der Nürnberger-Übernahme immer
noch starke Kapitalisierung, auf die auch Finanzvorständin Liane
Hirner verwies.
Wachstum in Polen mit Erste Group angepeilt
Chancen wittert die VIG darüber hinaus in Polen aufgrund ihrer
strategischen Partnerschaft mit der Erste Group. Dort hatte das
österreichische Geldhaus unlängst die Santander Bank Polska
übernommen. Derzeit hat die polnische Bank laut Löger noch eine
Kooperation mit der Allianz Polen, diese ist aber zeitlich
befristet. "Wir prüfen derzeit gemeinsam mit der Erste Group, welche
Möglichkeiten wir hier haben."
Die Dividende soll dank der guten Ergebnisse steigen. Der
Vorstand will der Hauptversammlung 1,73 Euro pro Aktie vorschlagen,
das sind um 12 Prozent mehr als 2024. "Das unterstreicht, dass wir
entsprechend der operativen Performance unsere Dividende
weiterentwickeln. Wir haben ja das Minimum gesetzt, dass es nie
weniger sein soll als das Jahr davor", sagte Löger.
Positiver Ausblick
Positiv gibt sich das Management für das Geschäft heuer und die
kommenden Jahre. Das Ergebnis vor Steuern soll heuer auf 1,25 Mrd.
bis 1,3 Mrd. Euro wachsen, im Jahr 2028 sollen es dann 1,5 Mrd. Euro
sein - noch ohne Berücksichtigung der Nürnberger-Übernahme.
Rückenwind erhofft sich Löger durch die neue Strategie der VIG, die
durch die Einbindung aller CEOs der Tochtergesellschaften entstanden
sei und die Vielfalt der Gruppe berücksichtige. Die VIG ist in 30
Ländern mit mehr als 50 Versicherungen und Pensionskassen tätig.
tpo/bel
ISIN AT0000908504
WEB http://www.vig.com
ISIN AT0000821103 AT0000606306
WEB http://www.uniqagroup.com
http://www.rbinternational.com/