BÖRSENFLASH - Lenzing nach Jahreszahlen stark unter Druck
Aktienkurs erstmals seit 2009 wieder unter 20 Euro - Steigende
Gaspreise und Anleiherenditen belasten zusätzlich
Eine giftige Melange aus enttäuschenden
Jahreszahlen, steigenden Gaspreisen und Zinssorgen hat die
Lenzing-Aktien am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Im schwachen
Gesamtmarkt rasselten die Titel am unteren ATX-Ende über zehn
Prozent auf 19,42 Euro hinab. Erstmals seit 2009 rutschte der Kurs
wieder unter den Preis von 20 Euro.Der oberösterreichische Faserhersteller ist im Vorjahr aufgrund
des US-Zollkonflikts, einer verhaltenen Nachfrage und sinkender
Marktpreise weiter unter Druck gestanden. Die Umsätze sanken um 2,3
Prozent auf 2,602 Mrd. Euro und der Verlust nach Steuern verbesserte
sich leicht auf minus 135,2 Mio. Euro - beide Kennzahlen verfehlten
aber die Schätzungen der Analysten. Operativ hat sich die Lage
verbessert. Das bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen
(EBITDA) - ohne Restrukturierungsaufwendungen - stieg auf 425,6 Mio.
Euro. Unbereinigt lag das EBITDA bei 413 Mio. Euro. Den vom
Unternehmen veröffentlichten Konsensschätzungen zufolge hatten
Analysten aber ein EBITDA von 443 Mio. Euro erwartet.
Der aktuelle Kursrutsch erfolgt in einem sehr schwachen
Börsenumfeld, das von steigenden Öl- und Gaspreisen infolge des
Irankriegs geprägt ist. Diese führen auch zu Inflationssorgen mit
steigenden Renditen in der Eurozone, was für das angeschlagene
Unternehmen weiteren Gegenwind auf Kosten- und Refinanzierungsseite
bedeuten könnte.
Für das laufende Jahr gab das Management keinen genauen Ausblick
ab. Aufgrund der geopolitischen Unsicherheiten und indirekter
Auswirkungen auf die Lieferketten und die Energiemärkte seien
Prognosen insgesamt schwierig.
spa/sto
ISIN AT0000644505
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