Bene - Restrukturierung läuft gut

BENE

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Restrukturierung läuft gut



Die letzten Quartale waren von den umfangreichen Maßnahmen zur Umstrukturierung und Neuaufstellung der Bene Gruppe gekennzeichnet. Mit der Anfang September bekannt gegebenen Neu- ausrichtung seiner Vertriebsorganisation hat Bene im dritten Quartal 2014/15 nun einen weiteren Meilen- stein im Restrukturierungsprozess erfolgreich gesetzt. Operativ war das dritte Quartal wesentlich vom Start der Installation des Großprojektes ADNOC in Abu Dhabi geprägt. Dabei handelt es sich um den größten Auftrag der Firmengeschichte von Bene.

Der Umsatz reduzierte sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um rund 10,3 %, wobei sich die für die Bene Gruppe wesentlichen Regionen sehr unterschiedlich entwickelten.

Vor dem Hintergrund einer weiterhin schwachen all- gemeinen Konjunktursituation blieben die Umsätze in Österreich und Deutschland erwartungsgemäß um 11,2 % beziehungsweise 20,0 % hinter den Werten in der Vergleichsperiode des Vorjahres zurück. Damit hat sich die Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres in diesen vor allem preislich schwer umkämpften Märk- ten auch im dritten Quartal weiterhin fortgesetzt. Der Umsatzrückgang ist daher zum Großteil der bewussten Entscheidung des Unternehmens, Projekte nur mit aus- kömmlichen Margen anzubieten, geschuldet. In diesem schwierigen Umfeld konnten mit T-Mobile (Österreich) oder der Ergo Versicherung (Deutschland) dennoch er- neut Topadressen für Bürolösungen von Bene begeistert werden.

Wie auch schon im ersten Halbjahr konnte Bene in UK eine sehr erfreuliche Geschäftsentwicklung erzielen. Anders als die Eurozone zeigte sich die britische Wirtschaft sehr stabil, mit positiven Effekten auf den Büromöbelmarkt. Mit einem Umsatzanstieg von 32,0 % in einem auch margenseitig wichtigen Markt, der sich durch eine hohe Af£nität zu Design und ganzheitlichen Konzeptlösungen auszeichnet, trägt der britische Markt derzeit wesentlich zum Geschäftserfolg von Bene bei. Referenzprojekte wurden unter anderem mit Willis oder Tudor Capital realisiert.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den Kern- ländern der Eurozone wie Frankreich oder Italien spiegelte sich im Geschäftsgang der Bene Gruppe wider. Die Umsätze in den anderen Ländern West- europas entwickelten sich daher im Wesentlichen analog zu jenen in Österreich und Deutschland. Der Umsatzrückgang um 16,3 % lag in den Erwartungen des Managements.

Wenig überraschend belastete die Geschäftsentwicklung in Osteuropa auch im dritten Quartal die Umsatzent- wicklung von Bene. Der Umsatzrückgang um rund 40 % war maßgeblich der aktuellen Russland-Ukraine-Krise geschuldet. Da seitens des Unternehmens die wirt- schaftliche Lage in dieser Region in den kommenden Monaten weiterhin als volatil eingestuft wird, hat Bene zu Ende des dritten Quartals die strategische Entschei- dung getroffen, die Märkte Ukraine, Ungarn, Bulgarien und Rumänien, in denen Bene bislang über Vertriebs- niederlassungen aktiv war, zukünftig über Händler zu bearbeiten. In Umsetzung dieser Entscheidung wird bereits im November 2014 die Tochtergesellschaft in der Ukraine im Zuge eines Management-Buy-Outs veräußert werden. In Folge wird der neue Eigentümer in Zukunft als unabhängiger Händler für Bene tätig werden. Auch für die Niederlassungen in den anderen drei genannten Ländern führt Bene aktuell aussichtsreiche Gespräche. Russland selbst wird auch weiterhin ein Kernmarkt der Bene-Gruppe bleiben, da nach wie vor internationale Topkunden wie zB jüngst McDonalds oder H&M für ihre Bürolösungen in Russland auf Bene setzen. Um in der aktuell herausfordernden Zeit auf diesem Markt bestehen zu können, wird Bene kurzfristig Anpassungsmaßnahmen vornehmen.

Wie auf Basis des ersten Halbjahres und auf Basis des Großauftrages ADNOC zu erwarten war, konnte die Bene Gruppe im dritten Quartal ihren Umsatz in der Region Mittlere Osten deutlich steigern. Der Umsatzan- stieg um fast 160 % beruhte aber nicht ausschließlich auf der Abarbeitung des Projektes ADNOC. Auch das laufende Basisgeschäft erhöhte sich gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres kräftig um rund 60 %. Bene ist in dieser Region seit Jahren als Premiuman- bieter für Bürolösungen bestens etabliert. Daher und auf Basis der Strahlkraft des Flagship-Projektes ADNOC ist davon auszugehen, dass Folgeaufträge aus der Region akquiriert werden können. Auch die kommenden beiden Quartale werden hinsichtlich Umsatz und Ertrag weiter- hin spürbar durch die Abarbeitung des ADNOC-Auftrags beeinflusst sein.

Der Umsatzrückgang in den restlichen Regionen der Welt war vor allem auf die Beendigung des verlustträch- tigen Joint Ventures Asia/Pacifc im vierten Quartal des letzten Geschäftsjahres zurückzuführen. In Umsetzung seiner neuen Vertriebsstrategie bearbeitet Bene diese Region nunmehr über ein Händlernetz – erste Top- Reseller konnten bereits als Partner für den Marktauf- tritt gewonnen werden. Auch für die Metropolen an der amerikanischen Ostküste ist der Aufbau einer Struktur für die selektive Marktbearbeitung bereits gestartet worden.

Mit 4,9 % viel der Rückgang der Betriebsleistung in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres etwas geringer als jener des Umsatzes aus. Dies war vor allem auf die Abarbeitung des Großauftrages ADNOC zurückzuführen.

Auch im dritten Quartal konnte Bene eindrucksvoll beweisen, dass die Strategie einer Konzentration auf margenstarke Aufträge positive Auswirkungen zeigt. Mit einem Rohertrag von 58,6 % im dritten Quartal (YTD Q3: 57,5 %) konnte Bene den Zielkorridor für diese Profitabilitätskennzahl erneut einhalten. Freilich machte sich auch hier der Großauftrag ADNOC positiv bemerkbar. Bene weist im Branchenvergleich bezüglich dieser Kennzahl einen absoluten Topwert auf, was die Richtigkeit Preisqualität vor Volumen zu setzen unter- streicht.

Sowohl bei der Position Personalaufwand als auch Sachaufwand deutliche Einsparungen gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres erreichen. Absolut betrug der Rückgang dieser Kostenblöcke in den ersten neun Monaten EUR 8,1 Mio., bereinigt um Sonderkosten der Restrukturierung noch immer EUR 5,8 Mio.

Aufgrund der verbesserten Profitabilität und der angepassten Kostenstruktur konnte Bene, trotz eines leichten Rückgangs des bereinigten EBITDA im dritten Quartal, in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres ein positives EBITDA von EUR 0,4 Mio. (Vorjahr: EUR -8,2 Mio.) erzielen. Bereinigt um Sonderkosten der Restrukturierung betrug das angepasste EBITDA sogar EUR 3,3 Mio. (Vorjahr: EUR -2,5 Mio.).

Das EBIT der ersten neun Monate verbesserte sich von EUR -18 Mio. im Vorjahr auf EUR -5,3 Mio. im laufenden Geschäftsjahr. Der deutliche Anstieg ist auch auf den Entfall von im Vorjahr erfassten Wertminderungsaufwendungen zurückzuführen. Auch das Ergebnis vor Steuern konnte im gleichen Zeitraum um fast EUR 14 Mio. verbessert werden.

Insbesondere auf Grund der anhaltenden Verlust- situation der Gruppe reduzierte sich die Bilanzsumme des Konzerns seit Beginn des Geschäftsjahres 2014/15 um weitere EUR 1,6 Mio. Dies spiegelt sich auch in einer weiteren Reduktion des Eigenkapitals und der Eigenkapitalquote wider. Beim Cash Flow aus dem Ergebnis konnte Bene trotz der anhaltenden Verlustsituation ein nahezu ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Gegenüber dem Vergleichsstichtag des Vorjahres konnte diese Kenn- zahl um EUR 8,9 Mio. verbessert werden. Das Net Working Capital stieg vor allem aufgrund der Abarbeitung des Auftrags ADNOC in den ersten neun Monaten um EUR 2,8 Mio., was in etwa auch dem Cash Flow aus der operativen Tätigkeit entspricht. Nach Berücksichtigung der Investitionsausgaben von EUR 1,4 Mio. ergibt sich ein Free Cash Flow von EUR -4,3 Mio., was einer Verbesserung von EUR 2,8 Mio. gegenüber dem dritten Quartal 2013/14 ent- spricht.

Aufgrund des negativen Free Cash Flows und der zahlungswirksamen Finanzierungaufwendungen in Höhe von EUR 2,4 Mio. stiegen die Nettofinanzverbindlichkeiten zum 31.10.2014 gegenüber dem letzten Bilanzstichtag (31.01.2014) um EUR 6,6 Mio. Die Liquidität der Gruppe ist trotz der Herausforderungen durch das Projekt ADNOC auch weiterhin gesichert. Bene hat mit seinen finanzierenden Banken eine Projektfinanzierung mit einem Volumen von bis zu EUR 5,0 Mio. abgeschlossen, die im Bedarfsfall für Finanzierungserfordernisse aus dem Projekt abgerufen werden kann.

AUSBLICK
Auf Basis der Ergebnisse des dritten Quartals hält das Management an seinem Ziel fest, im Geschäftsjahr 2014/15 einen Umsatz auf Vorjahresniveau zu erzielen. Dieses Ziel steht freilich unter dem Vorbehalt der termingerechten Abwicklung des Bauvorhabens ADNOC, die durch zahlreiche vom Unternehmen nicht zu verantwortende Faktoren beeinflusst werden kann. Auch das Ziel, ein deutlich positives EBITDA vor Restrukturierungkosten für das Geschäftsjahr 2014/15 auszuweisen, kann auf Basis der vorliegenden Ergebnisse des dritten Quartals bestätigt werden. Die Höhe des zu erwartenden Ergebnisses hängt auch hier maßgeblich von der genauen Umsatz- und Ertragsrealisierung des Großauftrags ab.



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