JD.com-Kauf der MediaMarkt-Mutter hakt in Österreich
Antrag im Rahmen der Investitionskontrolle zurückgezogen -
Ceconomy-Chef sieht sich zu Rückzugsüberlegungen aus
Österreich gezwungen - MediaMarkt-Manager sieht solchen als
letzte Option
---------------------------------------------------------------------
AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Titel, Cecenomy-Chef (Utl., Lead, Abs. 4), GPA (Meldungsende), Adaptionen
---------------------------------------------------------------------
Der chinesische Tech-Riese JD.com
reagiert auf neue Hürden bei der Übernahme der MediaMarkt-Mutter
Ceconomy und stellt einen Antrag im Rahmen des
Investitionskontrollgesetzes in Österreich neu. "Der Antrag wird
innerhalb der nächsten Wochen neu eingereicht", sagte ein Sprecher
am Montag. Das österreichische Wirtschaftsministerium hatte zuvor
erklärt, der Prüfantrag sei mit Wirkung zum 10. April zurückgezogen
worden. Ceconomy baut nun auch Druck auf.
Vor diesem Hintergrund würden sich die konkreten Absichten der
beteiligten Firmen derzeit nicht erschließen. Das
Wirtschaftsministerium zeigte sich zudem irritiert über Aussagen des
Unternehmens, wonach sich die Behörde einer gemeinsamen
Lösungsfindung versperre. Man sei im höchsten Maße kooperativ und
stehe in laufenden Gesprächen, hieß es in einer Aussendung weiter.
Details nannte das Ministerium unter Verweis auf die strengen
gesetzlichen Vorgaben zur Vertraulichkeit des Verfahrens nicht.
Ceconomy-Chef: "Gezwungen, Rückzug zu überlegen"
"Das prozesstechnische Vorgehen und der Rückzug des Antrags sind
mit der Behörde abgesprochen", hieß es von einer Ceconomy-Sprecherin
zur APA. Man strebe weiter "konstruktive Gespräche" an. Ceconomy
hatte am Freitag erklärt, es sei ungewiss, ob und wann die
investitionskontrollrechtliche Freigabe in Österreich erteilt werde.
Der neue Antrag soll offenbar etwas Zeit verschaffen.
Gleichzeitig wird aber auch Druck aufgebaut. Ceconomy betreibt in
Österreich rund 50 MediaMarkt-Filialen. Kai-Ulrich Deissner,
Vorstandsvorsitzender Ceconomy AG, sagte am Montagabend in der
ORF-"ZiB1", der Konzern werde "in eine Situation gezwungen, wo wir
darüber nachdenken müssen, uns von unseren österreichischen Märkten
zu trennen, um in den anderen zehn Ländern diese Partnerschaft
umsetzen zu können". In den anderen Ländern soll die
Mehrheitsübernahme praktisch schon unter Dach und Fach sein.
Deissner sagt zu einem Verkauf des Geschäfts in Österreich, dass es
"aus heutiger volkswirtschaftlicher Situation sehr schwierig werden
dürfte einen Käufer für alle 56 Märkte zu finden, der auch alle rund
2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernimmt".
MediaMarkt-Manager sieht in Rückzug auch "letzte Option"
"Die letzte Option ist ein Rückzug aus Österreich", hatte
MediaMarkt-Manager Jan Niclas Brandt schon kürzlich der "Kronen
Zeitung" gesagt. Auch er verwies auf weitreichende Zusagen an die
österreichischen Behörden, die unter anderem Standorte,
Arbeitsplätze und den Datenschutz betreffen würden.
Das Wirtschaftsministerium prüft bei Verkäufen ins
außereuropäische Ausland, ob die Transaktion die Sicherheit oder die
öffentliche Ordnung gefährden könnte. Dies betrifft vor allem den
Bereich der kritischen Infrastruktur. Die entsprechende Genehmigung
der deutschen Bundesregierung steht noch aus, wird von Ceconomy
jedoch bald erwartet. Die Gewerkschaft GPA hofft laut "ZiB1" auf
eine baldige Lösung, um die Arbeitsplätze zu erhalten.
phs/cri/fel
ISIN DE0007257503
WEB http://www.media-saturn.com/
https://www.ceconomy.de/
ISIN US5801351017
WEB http://www.aboutmcdonalds.com/mcd.html