OMV schließt Chemie-Fusion ab: "Spielen in der Welt mit"
OMV und XRG starten Kunststoff-Riesen "Borouge International"
- OMV-Chef Stern betont Fokus auf Profitabilität statt reiner
Menge - Börsengänge ab 2027 geplant
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Durchgehend neu mit weiteren Details, Aussagen von OMV-Chef Stern
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Mit dem formellen Vollzug der Fusion ihrer
Chemiesparten haben die OMV und ihr arabischer Kernaktionär ADNOC
einen der weltgrößten Kunststoffproduzenten aus der Taufe gehoben.
Die in Wien ansässige Borouge Group International AG, an der die OMV
und der ADNOC-Investmentarm XRG nun je 50 Prozent halten, nimmt
unter dem Namen Borouge International den Betrieb auf. Für OMV-Chef
Alfred Stern ist der Vollzug "ein großer Schritt für die OMV und die
chemische Industrie".
Die neue Borouge International verfügt zusammen mit dem in Abu
Dhabi fertiggestellten Borouge-4-Komplex über eine Jahreskapazität
von 13,6 Millionen Tonnen. Das Unternehmen stellt
Kunststoffgranulate (Polyolefine) her, die branchenübergreifend
weiterverarbeitet werden. Diese Spezialkunststoffe fließen laut
Stern einerseits in den Konsumbereich für Verpackungen, andererseits
stark in den Infrastruktur- und Medizinbereich, etwa für
Kabelisolierungen, Wasser- und Gasrohre, medizinische Spritzen und
Infusionsbeutel. Auch im Mobilitätsmarkt kommen die Materialien für
Stoßfänger oder Instrumententafeln zum Einsatz. Trotz der gewaltigen
Dimensionen des Konzerns stehe nicht nur Größe im Fokus: "Wir wollen
nicht nur auf die Mengen gehen, sondern wir wollen sicherstellen,
dass wir das auch profitabel machen können", betonte Stern am
Dienstag im APA-Interview.
"Eine Firma mit einer Kultur"
Der Konzern vereint die bisherigen Töchter Borealis, Borouge und
den nordamerikanischen Hersteller Nova Chemicals. Der globale
Hauptsitz ist im Wiener Viertel Zwei neben der OMV-Zentrale
angesiedelt. Für das neue Führungsteam rund um den neuen CEO und
bisherigen Nova-Chemicals-Chef Roger Kearns zähle nun das
Zusammenwachsen. "Es ist nicht so, dass hier einer den anderen
übernommen hat, sondern es kommt ein Zusammenschluss mit einer Firma
und einer Kultur", betonte Stern.
Wirtschaftlich stehe die neue Gesellschaft, die auf drei
Kontinenten produziert, hervorragend da, so der OMV-Chef: In den
vergangenen fünf Jahren habe man pro forma eine durchschnittliche
operative Gewinnmarge (EBITDA) von 25 Prozent erzielt. Durch den
starken Fokus auf Spezialitätenprodukte könne man zudem eine
Preisprämie von 18 Prozent über den Standard-Marktnotierungen
abrufen. Jährliche Synergien von über 500 Mio. Dollar (435 Mio.
Euro) sollen gehoben werden. "Wir spielen da in der Welt mit",
fasste Stern die neu gewonnene globale Dimension der OMV zusammen.
Ein für die an der Börse in Abu Dhabi gelisteten
Streubesitzaktionäre geplantes Übernahmeangebot sowie eine damit
verbundene Kapitalerhöhung wurden marktbedingt auf 2027 verschoben.
Laut Stern sei dies nötig, um den "optimalen Zeitpunkt" für die
Wertentwicklung zu finden. Erst im Zuge der Kapitalerhöhung soll ein
Listing im MSCI Emerging Markets Index und anschließend die
Zweitnotiz an der Wiener Börse erfolgen. Bis dahin bleibt die
Borouge Group International komplett im Eigentum von OMV und XRG.
ivn/bel
ISIN AT0000743059
WEB http://www.omv.com
https://adnoc.ae/
http://www.borealisgroup.com
ISIN IE00BYTBXV33
WEB https://www.laudamotion.com
http://www.ryanair.com