OMV-Produktion im 1. Quartal auf 288.000 Fass pro Tag gesunken
Nahostkonflikt belastet mit 100 Mio. Euro - Höhere Öl- und
Gaspreise stützen Energy-Sparte - Auslastung der Steamcracker
deutlich erholt - Vollständige Zahlen am 30. April
Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV
hat im ersten Quartal 2026 die Auswirkungen des Iran-Krieges zu
spüren bekommen. Die durchschnittliche Fördermenge sank im Vergleich
zum Vorquartal von 300.000 auf 288.000 Barrel Öläquivalent pro Tag
(boe/d). Zudem rechnet der Konzern laut dem am Donnerstag
veröffentlichten Trading Update wegen unterbrochener Rohölströme mit
einmaligen Absicherungsverlusten von rund 100 Mio. Euro.Im Fördergeschäft (Energy) dämpften der Iran-Krieg sowie
ungünstige Lieferzeitpläne die Produktionsmengen. Die
Erdgasförderung blieb mit 125.000 boe/d stabil, während die Rohöl-
und NGL-Produktion (Natural Gas Liquids bzw. flüssige
Kohlenwasserstoffe) auf 163.000 boe/d zurückging. Diese negativen
Volumenseffekte dürften im operativen Ergebnis jedoch durch
gestiegene Energiepreise mehr als ausgeglichen werden. Der
durchschnittlich realisierte Rohölpreis kletterte auf 73,8 Dollar
(63,05 Euro) je Barrel, der Erdgaspreis stieg auf 31,1 Euro je
Megawattstunde. Ein wesentlich geringerer Ergebnisbeitrag wird
allerdings im westeuropäischen Gasmarketing erwartet, primär wegen
erhöhter Transportrückstellungen.
100 Mio. Euro Absicherungsverluste
Neben den Absicherungsverlusten von 100 Mio. Euro belasten
weitere Faktoren das operative Ergebnis im Fuels-Segment im
Vergleich zum Schlussquartal 2025 mit rund 150 Mio. Euro. Dies ist
in erster Linie auf niedrigere Margen im Endkundengeschäft sowie
geplante Stillstände in europäischen Raffinerien zurückzuführen.
Auch die Beteiligung Adnoc Refining & Trading dürfte unter dem Krieg
leiden. Die europäische Raffinerie-Referenzmarge blieb mit 13,88
Dollar je Barrel indes nahezu stabil. Zudem rechnet das Unternehmen
mit einem massiven Anstieg des Net Working Capitals um rund 1 Mrd.
Euro infolge gestiegener Lagerbestände und Forderungen.
Im Chemiegeschäft erholte sich die Auslastung der Steamcracker in
Europa deutlich von 72 Prozent im Vorquartal auf 91 Prozent.
Verwiesen wird im Trading Update zudem auf die Ende März vollzogene
Gründung von Borouge International. Dies führt im ersten Quartal zu
einer Kapitalzuführung von 1,5 Mrd. Euro an das neue Unternehmen und
wird den Verschuldungsgrad des OMV-Konzerns temporär erhöhen. Die
vollständigen Ergebnisse für das erste Quartal will die OMV am 30.
April vorlegen.
ivn/hel
ISIN AT0000743059
WEB http://www.omv.com