OMV holt sich 56.000 Tonnen Rohöl aus der Notstandsreserve
Rund 325.000 Tonnen Rohöl vom Staat freigegeben - Keine
Preisnachlässe zu erwarten
Die OMV hat sich 56.000 Tonnen Rohöl aus der
staatlichen Pflichtnotstandsreserve gesichert, wie das
Wirtschaftsministerium am Montag bekanntgab. Die Menge wurde demnach
zu marktüblichen Preisen bereitgestellt, um zur Stabilisierung der
Energiemärkte beizutragen. Im März gab Österreich im Rahmen der
Collective Action der Internationalen Energieagentur (IEA) 325.000
Tonnen Rohöl frei. Insgesamt beträgt die Reserve Österreichs 2,47
Mio. Tonnen Rohöl, Benzin, Diesel und Kerosin."Seit heute werden 56.000 Tonnen Rohöl aus den österreichischen
Notstandsreserven in die Raffinerie Schwechat gepumpt", sagte
Michael Niklas, Geschäftsführer der Erdöl-Lagergesellschaft (ELG) am
Montag. "Die ELG Group ist auf derartige Auslagerungen bestens
vorbereitet und auch für mögliche weitere Krisenszenarien gut
gerüstet." Bereits 2022 wurden wegen des Ukraine-Krieges 61.500
Tonnen Rohöl an die OMV verkauft. Die Notstandsreserve sei in Linz,
Wien und Lannach gelagert, aber auch im Ölhafen in Triest, teilte
Niklas im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radios mit.
Allerdings werde sich dadurch am Preisniveau nichts bzw. nur
wenig ändern, merkte Klaus Weyerstrass vom Institut für höhere
Studien (IHS) im Ö1-"Mittagsjournal" an. Die Ankündigung der
Freigabe habe womöglich eine dämpfende Wirkung gehabt, jetzt sei
nicht mit einem Effekt zu rechnen, so der Ökonom.
Diesel und Kerosin
Derzeit sei die Versorgung in Österreich gesichert, merkte das
Wirtschaftsministerium an. Die Pflichtnotstandsreserve reiche für
rund 90 Tage. Sollte die Krise jedoch andauern, sei ab Mai mit einem
Rückgang des verfügbaren Angebots in Europa zu rechnen, teilte die
EU-Kommission mit. Dies betreffe vor allem Diesel und Kerosin.
"Österreich ist vom Weltmarkt nicht abgekoppelt", kommentierte
das Wirtschaftsministerium die Markteinschätzung. "Wenn sich die
internationale Lage nicht entspannt, hat das auch Auswirkungen auf
Österreich. Die Collective Action der IEA ist ein wichtiger Beitrag
zur Stabilisierung des Marktes, genau deshalb beteiligt sich
Österreich an der gemeinsamen internationalen Maßnahme: als Vorsorge
für unser Land und zur Stabilisierung jenes Markts, von dem auch wir
abhängen."
Das Rohöl muss in einer Raffinerie in Österreich verarbeitet
werden und darf auch nur hierzulande angeboten werden. Die Freigabe
von Rohöl aus der Notstandsreserve erfolgt auf Basis einer
Verordnung des Wirtschaftsministeriums, wobei auch der
Energielenkungsbeirat angehört wird. Aber auch der Hauptausschuss
des Nationalrates muss der Verordnung zustimmen. Erst dann setzt die
ELG die Verordnung entsprechend um.
fel/kre
ISIN AT0000743059
WEB http://www.omv.com