SBO spürt Nahost-Konflikt - Diversifizierung rückt in den Fokus
Nahost-Krise bedroht Lieferketten - Mader: SBO geht es
finanziell sehr gut - Fokus auf Geothermie - Personalaufbau in
PT-Sparte möglich - Gewinn 2025 auf 23,6 Mio. Euro halbiert
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AKTUALISIERUNGS-HINWEIS
Neu: Nach der Bilanz-Pressekonferenz zur Gänze neu geschrieben.
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Der niederösterreichische Ölfeldausrüster
Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) blickt angesichts des
eskalierenden Krieges im Nahen Osten mit Sorge auf die globalen
Lieferketten. Trotz eines Gewinneinbruchs im abgelaufenen Jahr sieht
CEO Klaus Mader das Unternehmen aber gerüstet. Durch eine breite
Diversifizierungsstrategie will sich die SBO künftig vom reinen
Ölfeldausrüster zum Hochpräzisionstechnologie-Konzern wandeln.
Der von den USA und Israel begonnene Krieg gegen den Iran trifft
eine für die SBO wichtige Region. Das Unternehmen beschäftigt dort
rund 140 Leute an drei Standorten (zwei in Dubai, einer im
saudi-arabischen Dammam) und erzielte dort zuletzt 65 Mio. Euro
Umsatz. Insgesamt beschäftigt SBO weltweit rund 1.540 Personen,
davon 45 Prozent in den USA und 25 Prozent in Europa, davon wiederum
rund 300 am Stammsitz in Ternitz.
Es gebe im Nahen Osten zwar keine eigene Fertigung, jedoch
Marketing-, Vertriebs- und Serviceeinrichtungen. Das größte
Geschäftsrisiko sei aktuell die Störung der Transport- und
Logistikwege, so Mader. Insbesondere eine Schließung der Straße von
Hormuz könnte laut dem CEO zu einem anhaltenden globalen
"Angebotsschock" beim Öl führen.
"Idealer Ölpreis zwischen 70 und 90 Dollar"
Der sprunghafte Anstieg der Energiepreise sei gar nicht im Sinne
des Unternehmens, sagte Mader. "Der ideale Ölpreis für unser
Geschäft wäre zwischen 70 und 90 Dollar", erklärte er am Donnerstag
bei der Bilanzpressekonferenz. Ein höherer Preis sei gefährlich, da
er die Inflation antreibe und das Wirtschaftswachstum abwürge.
Sollte der Konflikt im Nahen Osten zu nachhaltigen globalen
Engpässen führen, rechnet Mader mit verstärkten Investitionen in
anderen Förderländern wie den USA oder Südamerika. Speziell mit
Blick auf Venezuela sieht er die SBO gut positioniert. Eine
Wiederbelebung der dortigen Erdölindustrie passiere jedoch "nicht
von heute auf morgen", da die lokalen Technologien veraltet seien
und das Land einen massiven "Brain Drain" erlitten habe. Die SBO sei
jedoch durch ihre Niederlassungen im texanischen Houston und in
Mexiko geografisch nah am Markt und produziere exakt jenes
High-Tech-Equipment, das die großen Service-Unternehmen dort nun für
den Wiederaufbau der Infrastruktur benötigen würden.
Mader: SBO geht es finanziell sehr gut
Ungeachtet der geopolitischen Krisen und des schwierigen Jahres
2025 zeigte sich der Konzernchef mit der wirtschaftlichen Basis
überaus zufrieden: "Der SBO geht es finanziell sehr gut.". Das
Unternehmen verfüge über liquide Mittel von über 280 Mio. Euro.
Zudem zogen die Auftragseingänge im vierten Quartal 2025 gegenüber
dem Vorquartal um 10 Prozent an, ein positiver Trend, der sich auch
in den ersten Monaten 2026 fortsetzte. Aus diesem Grund seien in der
Division Precision Technology (PT) keine weiteren Kündigungen oder
Kurzarbeitsmodelle mehr geplant. Im Gegenteil: Wenn die Entwicklung
anhalte, "dann sprechen wir wieder von Leute einstellen", kündigte
Mader an.
Ein wesentlicher Grund für den jüngsten Umsatzrückgang war neben
dem Öl-Überangebot die "erratische" US-Zollpolitik. Die ständigen
Änderungen der Vorschriften - im Schnitt gab es laut Mader alle
dreieinhalb Tage neue Zollankündigungen - hätten bei den Kunden für
massive Verunsicherung gesorgt, weshalb große internationale Kunden
ihre Investitionen um mehr als 30 Prozent gekürzt hätten. Die SBO
selbst sei von den Zöllen direkt weniger stark betroffen, da man 45
Prozent der Belegschaft in den USA beschäftige und dort vorwiegend
für den lokalen Markt produziere. Dennoch habe der "Sekundäreffekt"
der allgemeinen Verunsicherung das Geschäft gedrückt.
Strategie: Unabhängiger von Öl und Gas werden
Strategisch treibt SBO daher die Unabhängigkeit vom zyklischen
Öl- und Gasgeschäft voran. Das Unternehmen forciert den Einsatz
seiner Hochpräzisionsbauteile in Zukunftsindustrien wie dem
3D-Metalldruck sowie der Luft-, Raumfahrt- und Halbleiterindustrie.
Große Hoffnungen setzt man auch auf die Geothermie. Bei sogenannten
Next-Generation-Geothermie-Projekten werde mehrere Kilometer tief
gebohrt, um eine emissionsfreie Grundlastquelle für Energie zu
schaffen - etwa für den enormen Strombedarf künftiger
KI-Rechenzentren, erklärte Mader.
Um diese Diversifizierung zu beschleunigen, will der Konzern
seine liquiden Mittel künftig auch für weitere Firmenzukäufe nutzen.
Man suche aktiv nach Übernahmezielen außerhalb des Öl- und
Gassektors, bei denen sich Synergien ergeben. Zudem spürt die SBO im
Bereich des 3D-Metalldrucks vermehrt Nachfrage aus dem
Rüstungssektor. Auf Nachfrage bestätigte Mader, dass die SBO bereits
Komponenten für die Rüstungsindustrie fertige, nannte aus Gründen
der Vertraulichkeit jedoch keine konkreten Abnehmer.
Gewinn 2025 halbiert
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 schrumpfte der Umsatz des im
ATX notierten Konzerns um 18,8 Prozent auf 455,3 Mio. Euro. Das
Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich von 70,1 auf 38,5 Mio.
Euro, der Nettogewinn halbierte sich von 45,3 auf 23,6 Mio. Euro.
Der Vorstand schlägt eine Dividende von 0,75 Euro je Aktie vor. Für
das Jahr 2026 rechnet das Management - abhängig von der Dauer des
Nahost-Konflikts - im ersten Halbjahr mit einem weiterhin
verhaltenen Umsatzniveau in der PT-Sparte, sieht aber
Wachstumschancen durch internationale Expansion im
Equipment-Bereich.
ivn/cri
ISIN AT0000946652
WEB http://www.sbo.co.at
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WEB http://www.ryanair.com
https://www.laudamotion.com