Verbund - APG-Chef warnt vor hohen Kosten durch zu viel Photovoltaik

VERBUND

63,10 EUR +3,10 %
→ Chart → Stammdaten → Forum

APG-Chef warnt vor hohen Kosten durch zu viel Photovoltaik


Zu starker Fokus auf Photovoltaik verteuert Strom - Christiner plädiert für Windkraft: Liefert Strom auch im Winter, "wo wir ihn dringend brauchen" - Hattmannsdorfer verteidigt Ausbauziele



Der Chef des Übertragungsnetzbetreibers Austrian Power Grid (APG), Gerhard Christiner, warnt vor zu viel Photovoltaik (PV) in Österreichs Stromnetz. PV erfordere einen massiven Netzausbau für nur wenige Stunden am Tag und verteuere somit Strom. Besser wäre es, den Fokus auf Windräder zu legen, die lieferten auch im Winter Strom, "wo wir ihn dringend brauchen", sagte Christiner am Dienstag auf einer Pressekonferenz mit Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP).
🤖 KI-generiertes Bild
63,10 EUR +3,10%
Hoch 63,45 Tief 61,95 Vortag 61,20

Hattmannsdorfer verteidigte, dass das geplante Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetz (EABG) für PV höhere Ausbauziele vorsieht als für Wind. Es sei besser, alle Beteiligten mitzunehmen, "weil Druck erzeugt immer Gegendruck". Mit den Leuten zu reden, sie mitzunehmen, sei die einzige Chance, Energiewende-Projekte umzusetzen, sagte Hattmannsdorfer.

Hattmannsdorfer: Nicht "ideologisch getrieben" alles vorschreiben

Gleichzeitig kritisierte der für Energie zuständige Minister seine Vorgängerin, Grünen-Chefin Leonore Gewessler. "Es gibt einen Grund, warum diese Gesetze in der Vergangenheit nie das Licht der Welt erblickt haben", so Hattmannsdorfer. Ihm gehe es nicht darum, "ideologisch getrieben" alles vorzuschreiben. Unterschiedliche Bundesländer hätten unterschiedliche Voraussetzungen.

Die Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS brauchen für den Beschluss des EABG die Stimmen von einer der Oppositionsparteien FPÖ und Grüne. Diese Zwei-Drittel-Mehrheit wird derzeit im Parlament gesucht. Die Grünen haben bereits erklärt, die Ziele für zu wenig ambitioniert zu halten.

Auch Hattmannsdorfer sagte, er wolle sich nicht auf das Ziel, die jährliche Stromerzeugung um 27 Terawattstunden (TWh) zu erhöhen, versteifen. Er hält es, wie er sagte, für zu niedrig, die Welt sei mittlerweile eine andere geworden. Er verwies auf den steigenden Strombedarf von Industrie und Rechenzentren.

Verbund-Tochter APG investiert bis 2035 jährlich fast eine Milliarde

APG-Chef Christiner sagte, er warte sehnsüchtig auf den Beschluss des EABG. Die Netztochter des teilstaatlichen Stromkonzerns Verbund will bis 2035 rund 9 Mrd. Euro in das Übertragungsnetz investieren. Übergeordnetes Ziel der Investitionen sei es, mehr grünen Strom aus Wind und Sonne vom Osten Österreichs und aus Deutschland zu den Pumpspeicherkraftwerken in den Alpen zu bringen - sowie die voestalpine und andere große Industriebetriebe an die Starkstromleitungen anzuschließen.

Christiner sagte, es gebe Netzzutrittsanfragen aus Industrie und zur Produktion von Wasserstoff, die sich auf 1.900 Megawatt belaufen. Dazu kommen Rechenzentren, die 2.500 MW benötigen. Der größte Anteil an Netzzutrittsanfragen kommt derzeit aber von potenziellen Betreibern von Batteriespeichern, die sich auf 12.000 MW summieren, wobei Christiner nicht davon ausgeht, dass alle tatsächlich realisiert werden. Aus dem Bereich der Pumpspeicher gibt es Anfragen über 4.700 MW und aus PV und Wind Anfragen über 10.500 MW.

Insgesamt umfasst der Netzentwicklungsplan der AGP rund 1.700 Kilometer an Stromleitungen und 71 neue Umspannwerke. Christiner betonte, dass ein starkes Stromnetz die Basis für die wirtschaftliche Entwicklung sei. Nicht umsonst würden sich neue Unternehmen dort ansiedeln, wo es genügend Netzkapazitäten gibt. Er verglich Umspannwerke mit Steckdosen, an denen sich Industriebetriebe anschließen können.

pro/bel

ISIN AT0000746409 WEB http://www.verbund.com http://www.apg.at/




ATX (Wiener Börse Index) : 5866.33 -1.6% ATX Intraday Chart Börse Wien
          [Aktienkurse >>]

BÖRSE-NEWS
Addiko Bank — Addiko-HV - Unzufriedenheit über Dividendenblockade
Allgemeines — Hipp-Rückruf - Ermittlung wegen Erpressung, noch ein Glas in Umlauf
Allgemeines — Hipp-Rückruf - Ermittlung wegen Erpressung, noch ein Glas in Umlauf
OMV — OMV holt sich 56.000 Tonnen Rohöl aus der Notstandsreserve
Semperit — Semperit - Warburg erhöht Kursziel von 21 auf 22 Euro
OMV — Spritpreisbremse - SPÖ erneuert Kritik an OMV-Vorgehen
Allgemeines — Hipp-Rückruf: Sichergestelltes Glas im Burgenland enthielt Rattengift
Allgemeines — Hipp-Rückruf: Laut Ministerium möglicherweise Rattengift beigemengt
Allgemeines — Rückruf aller HiPP-Gläser bei Spar - Ermittlungen wegen Manipulation
Erste Group Bank — Drei neue Aufsichtsratsmitglieder für die Erste Group
Semperit — Semperit erwartet gutes erstes Quartal - Jahresprognose unverändert
Allgemeines — wiiw: Exporte nach Indien steigen wegen Handelsabkommen kräftig
Miba Vz — Technologiegruppe Miba mit Rekordumsatz von mehr als 1,2 Mrd. Euro
Schoeller-Bleck. — SBO - MWB Research senkt Anlageempfehlung auf "Hold"
   [weitere News >>]